Obama ist zur Zeit der strahlende Vorwahl-Held. Hillary Clinton muss sich mit der Rolle der Nebendarstellerin begnügen. Als die Wahlergebnisse der Potomac Primary eingingen, weilte sie schon in Texas. Dort erwähnte sie die Abstimmungen mit keinem Wort.
Die Clinton-Kampagne steht
extrem unter Druck und hat sich, bedingt durch die Kraft des
Faktischen, auf eine Giuliani-Strategie zurückziehen müssen. Die
Clintons harren aus bis zu den Vorwahlen in Ohio und Texas. Sie
schwören ihre Unterstützer und Geldgeber darauf ein, dass sie in diesen
beiden Staaten das Momentum Obamas brechen werden. Die
Wählerzusammensetzung in Ohio (viele Arbeiter und weiße Mittelschicht)
und Texas (hohe Anzahl von Hispanics) kommt Hillary Clinton entgegen.
Und dennoch ist es ein gefährliches Unterfangen, die beiden Staaten zur
faktischen Wasserscheide der Kampagne zu erklären! Schafft es Obama, am
4. März in Ohio oder in Texas zu gewinnen, dann ist das Rennen trotz
aller komplizierten Delegiertenrechnerei so gut wie vorbei.
Obama hält jetzt alle Karten in der Hand. Das zeigen auch die Nachwahlbefragungen in DC, Virginia und Maryland. Sie brachten Erstaunliches zu Tage. Zum ersten Mal konnte Obama seine Wählerkoalition substantiell ausbauen. Er gewann die Mehrheit der Hispanics, er gewann die Mehrheit bei weiblichen Wählern, er gewann in allen Einkommensschichten. Selbst bei weißen Frauen, den treuesten Unterstützerinnen von Hillary Clinton, konnte er in Virginia 47 Prozent holen.
Auch wenn Politico.com Obama schon „a new aura of momentum“ bescheinigt, sollten wir weiterhin vorsichtig sein. Dieses verrückte Rennen hat schon so einige Überraschungen für uns parat gehalten. Wir erinnern uns an New Hampshire! Dennoch deuten die Zeichen des Sieges in Richtung Obama. John McCain, der gestern alle drei Vorwahlen für sich entscheiden konnte, testete gestern schon einmal seine ersten Einzeiler gegen den jungen Senator aus Illinois. In seiner Siegesrede sagte er: „To encourage a country with only rhetoric rather than sound and proven ideas that trust in the strength and courage of free people is not a promise of hope. It is a platitude.” Hillary Clinton hat diese Strategie auch gegen Obama ausprobiert, bisher ohne großen Erfolg.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,535880,00.html
Der Spiegel - Kommentator prophezeit das Platzen der Obama - Blase ( interessante Analogie zur Dotcom - Blase) und sieht das Feld der Außen- und Sicherheitspolitik als republikanisch vermintes Gelände. Auf alle Fälle sollte B.O. sich für dieses Sachgebiet bessere Berater zulegen, die ihm solche hanebüchnen Aussagen wie die Pakistan -Geschichte im Vorfeld ausreden. Ansonsten wird Mc Cain ihn zerlegen: " Gewinnt Obama, heißen die wahren Sieger Bin Laden & Ahmadindeschad!" - der Slogan könnte glatt aus JMC´s Wahlkampfschmiede stammen.
By the way - wo, wann, warum und mit welchem Ziel B.O. mit welchem Diktator verhandeln will, würde mich auch interessieren :)
Posted by: Robert Renitent | February 18, 2008 at 08:08 PM