Dank moderner Technologie durfte ich gerade teilhaben an der Obamania. Auf meinem alten Campus an der American University in Washington, DC, konnte ich online history in the making erleben. Die politische Restfamilie Kennedy war aus dem Nordosten der USA angereist, um Barack Obama ihre Unterstützung auszusprechen. Was für eine Veranstaltung!
Senator Ted Kennedy, Altmeister des liberalen Amerika, holte die ganz große Historienkeule raus. Abgestoßen vom Negativwahlkampf des Clinton Tag Teams adelte er Obama, indem er ihm den Mantel seines Onkels, des großen Inspirators John F. Kennedy überstreifte. Symbolpolitik, wie sie besser nicht sein kann. Natürlich wurden wieder blumige Phrasen gedroschen, die einem abgeklärt-postmodern-säkularen Mitteleuropäer schwer zugänglich sind. Ted Kennedy sprach von einer historic journey, von inspiration und leadership, von einem jungen Senator aus Illinios in which I see hope in America that is yet to be. Auftritt des lobgehudelten Obama. Er hält eine Rede voll von messianischer Rhetorik. Es geht um hope, destiny, past vs. future, the next great American story usw. Die U-25er sind aus dem Häuschen.
So sarkastisch dieser Unterton auch ist, so muss ich doch gestehen, dass ich von diesem Mann fasziniert bin. Schluss mit all der Analyse. I have a crush on Obama! Zweimal durfte ich ihn sprechen hören, bin sogar bis ins abgelegene Concord, New Hampshire, gereist, um ihm die Hand zu schütteln. Wer einmal auf einem Obama-Event wahr, kann sich schwerlich lösen von dieser Begeisterung. Mir ist egal, ob Obama schöne Sprechblasen produziert. Ich will Teil der Bewegung sein, mich gut fühlen, die Zukunft in goldenen Lettern vor mir sehen. Ich will raus aus der mittelmäßigen deutschen Politikspießigkeit, die bestimmt wird von den oberdrögen Roland Kochs, Christian Wullfs und Kurt Becks dieser Welt. Barack, hol mich hier raus!
mich auch!!!
Posted by: Ute Pannen | January 30, 2008 at 04:07 PM
Mir geht es genauso! :-)
Posted by: DDH | January 30, 2008 at 06:35 PM